PLANUNGSGEMEINSCHAFT RHEINHESSEN-NAHE
Lebens- und Wirtschaftsraum an Rhein und Nahe  
Städte Mainz und Worms
Landkreise Alzey-Worms
Bad Kreuznach
Birkenfeld Mainz-Bingen

Leitbild

Regionalpark Rheinhessen – Leitbild
Grundsätze und Gestaltungsprinzipien


Vorbemerkung
Das Leitbild ist ein wichtiges Fundament für die Regionalparkentwicklung. Mit dem Leitbild sollen die Vorstellungen und Zielsetzungen, welche die regionalen Akteure als gemeinsames Anliegen der Regionalparkentwicklung sehen, zusammengefasst und zum Ausdruck gebracht werden. Das Leitbild bildet gemeinsam mit den Gestaltungsgrund- sätzen den räumlichen und inhaltlichen Orientierungsrahmen für die Entwicklung und Ausgestaltung des Regional- parks. Das Leitbild ist somit auch die Definition des Regionalparks Rheinhessen/Nahe, so, wie ihn die Bürgerinnen und Bürger und die regionalen Akteure verstehen. Im Leitbild Regionalpark wird die Vision eines Regionalparks als Bürgerpark, als überörtliches Naherholungskonzept dargestellt und konkretisiert. Dem Leitbild können die Funk- tionen Orientierungsrahmen, Koordination, Motivation, Partizipation und Legitimation zugesprochen werden. In dem Leitbild soll die Idee des Regionalparks als Vision eines Bürgerparks verankert werden.

Der nachfolgende Leitbildentwurf, beginnend mit der Präambel, stellt einen ersten Diskussionsentwurf dar, der vom Regionalparkausschuss der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe im November 2005 erarbeitet wurde.

Präambel
Regionalpark ist die Bezeichnung für einen Landschaftspark, der sich in den Freiräumen des verdichteten Siedlungs- raumes überörtlich-regional darstellt. Der Regionalpark ist eine regionale Aufwertungsstrategie, die sich gezielt mit den neuen Gestaltqualitäten des Raumes auseinandersetzt. Mit der angestrebten Regionalparkentwicklung soll dem gesellschaftlichen Bedeutungsgewinn von Freizeit, Erholung und Tourismus Rechnung getragen und somit die Lebensqualität für die in der Region lebenden Menschen verbessert werden. Der Regionalpark verbindet die Ansprüche von Erholung, Naturschutz und Landwirtschaft im Verdichtungsraum in einem ganzheitlichen Gestaltungs- konzept. Im Zentrum dieser Aufwertungsstrategie steht die Integration von Siedlungs- und Landschaftsstrukturen in Landschaftsräume und umgekehrt. 
In die Regionalparkentwicklung sind insbesondere die dicht besiedelten Räume in Rheinhessen einbezogen. Dies sind die Raumachsen Mainz-Bingen, Bingen Bad Kreuznach, Mainz – Oppenheim – Worms, Ingelheim – Nieder-Olm, Mainz – Nieder-Olm – Saulheim - Wörrstadt – Alzey. 

Leitbild
1. Der Regionalpark als Qualifizierungsoffensive - die weichen Standortfaktoren stärken – Veränderungsprozesse aktiv mitgestalten - Regionalmarketing / Wettbewerb der Regionen / gemeinsame Positionierung -

Ausgangslage: Räumliche Veränderungsprozesse – Suburbanisierung, Stadtlandschaften oder auch Patchwork-Land- schaften. Die Regionen konkurrieren um Investitionen, Kaufkraft, Menschen und Image. Die Region wird daher mit den Gemeinden in einem abgestimmten Konzept ihre Stärken entwickeln müssen. Nicht nur die Siedlungen sondern ganz besonders auch der Freiraum bildet die ganz eigene Entwicklungsgeschichte von Natur und Kultur in der Region in vielfältiger Weise ab. Es gilt, diese vorhandenen Potentiale gleichsam als besondere Begabungen dieses Raumes für die Region und die Menschen in Wert zu setzen. So verstanden ist der Regionalpark ein wichtiger komplemen- tärer Baustein einer nachhaltigen Regionalentwicklung und gemeinsames Positionieren der Region im Wettbewerb der Regionen. Der Regionalpark bietet die Möglichkeit, die anstehenden Entwicklungsprozesse mitzugestalten und in diesem Zusammenhang den Wirtschafts- und Lebensraum mit der Kulturlandschaft zu verzahnen. Stadt- und Umland gehören zusammen.

2. Lebens- und Freiraumqualität im Verdichtungsraum aufwerten - das regionale Profil schärfen
-  die Landschaft für die Menschen öffnen,
-  Zugänge zur Landschaft und Wege in der Landschaft gestalten,
-  die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität in der Landschaft verbessern (Beispiel: Rheinufergestaltung Heidenfahrt)
-  Kulturlandschaft erlebbar machen (Motto der Landschaft einen Sinn – den Sinnen eine Landschaft)
-  Erlebnisräume schaffen (Beispiele: Regionalparkroute Höhenwanderweg; Via Vinea, Römerroute)
-  Regionalparkrouten: Potentiale und Begabungen der Landschaft (Wein / Obstbau / Landwirtschaft /
   Kulturhistorische Besonderheiten, Römer, Kelten) werden durch Regionalparkrouten erschlossen und in Wert 
   gesetzt. Regionalparkrouten erschließen, vernetzen und qualifizieren Landschafts- und Erholungsräume. Sie
   schaffen eine attraktive überörtliche Naherholungsinfrastruktur. Entlang der Wege werden Akzente gesetzt und
   neue Landschaftsmarken geschaffen. Stadtwälder, Plätze, Parks, Industriebrachen, Abbaugebiete, Kultur- und
   Naturdenkmäler können eineen wertvollen Beitrag zur Identität und Integration, zur Lebensqualität und zu einem
   neuen Image der Region leisten.

3. Den Freiraum gemeinsam mit den regionalen Akteuren gestalten – Regionale Kräfte bündeln
    Regionale Kooperationen – Partnerschaften - Netzwerke

Die Idee des Regionalparks soll ohne eine „Planung von oben“ verwirklicht werden. Es gilt, die regionalen Kräfte zu bündeln, die interkommunale Kooperationen zu fördern und Partner zu gewinnen. So entsteht ein Netzwerk der Regionalparkakteure.

Mensch und Natur im Regionalpark / Erholung auch im Naturschutzgebiet?
Im Regionalpark findet Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Landschaftspflege und Naturschutz statt. Diese Nutzungen prägen die Kulturlandschaft, welche die Menschen als Erholungsraum nachfragen und annehmen. Dabei stellt die Integration heterogener Interessen eine grundsätzliche Herausforderung dar. Der Regionalpark verbindet die Ansprüche von Erholung, Naturschutz und Landwirtschaft im Verdichtungsraum in einem ganzheitlichen Gestaltungskonzept. Die Nutzergruppen können im Regionalpark Partnerschaften und gleichsam eine Allianz für den Freiraum bilden. Sie nutzen ihre eigenen Gestaltungsspielräume Ziel gerichtet für die Umsetzung des Regionalparks (Beispiel: Landwirtschaft-Programme, Kulturämter-Bodenordnung, Landespflege-Ökokonto) und können auf diese Weise Synergien für Wirtschaft, Naherholung und Naturschutz schaffen. Eine Bündelung dieser Kräfte ist insbesondere in regionalen Projekten sinnvoll und möglich.
Der Regionalpark ist ein Bürgerpark: Bürgerinnen und Bürger können ihre Vorstellungen mit einbringen.

Prozessgestaltung und Organisationsform sollen „mitwachsen“ und sich an aktuellen Aufgaben orientieren
Die Verwirklichung des Regionalparks ist vor dem Hintergrund der Größenordnung des Gesamtprojektes und der erforderlichen Finanzmittel ein langfristiger Prozess, mithin eine Generationenaufgabe. Die komplexen Aufgaben können nur gemeinsam bewältigt werden. Sie erfordern eine interkommunale, intersektorale und Institutionen übergreifende Organisation.
Aufgrund der Offenheit des Prozesses lassen sich dessen Entwicklung und Ergebnis nicht im Voraus bestimmen. Deshalb wird mit einfachen Organisationsstrukturen begonnen, die mit der Zahl der Aktivitäten und der Komplexität der Aufgabe mitwachsen können (Beispiel Regionalpark RheinMain).

Die folgenenden Mindeststandards und Gestaltungsprinzipien orientieren sich am Vorbild Regionalpark RheinMain. Sie sind Leitlinien für die Ausgestaltung des Regionalparks Rheinhessen zu.


Mindeststandards

Ästhetische Aufwertung
Maxime für die Gestaltung des Regionalparks ist die ästhetische Aufwertung der Landschaft. Deshalb werden nicht nur ansprechende sondern auch weniger reizvolle Teile der Landschaft eingebunden.

Ökologische Aufwertung - Naturschutz
Der Regionalpark dient auch den Interessen von Naturschutz und Landschaftspflege.
Im Zuge der Regionalparkentwicklung können neue Biotope entstehen und miteinander vernetzt werden. Grundlage hierfür bilden Landschaftsplanungen der Gemeinden bzw. die Planung vernetzter Biotopsysteme. Wenn bei Bauvor- haben Eingriffe in die Natur ausgeglichen werden müssen, sollen Ausgleichsflächen auch innerhalb des Regionalparks angelegt werden. Sie sollen nach Möglichkeit im Regionalpark entlang von Regionalparkrouten gebündelt werden. Hierdurch können mittel- bis langfristig vernetzte Biotopstrukturen entstehen ohne negative Auswirkungen auf die Agrarstruktur.

Heimat
Zur Idee des Regionalparks gehört es, dass sich die Menschen mit der Heimat identifizieren können. Deshalb werden Zeugnisse der Vergangenheit, der Entstehungsgeschichte der Landschaft und der baulichen Traditionen mit aufgenommen, ebenso wie zeitgenössische Erzeugnisse.

Kulturlandschaft
Die charakteristischen landschaftlichen Bausteine Rheinhessens, mit ihren jeweils ganz eigenen Begabungen sollen durch landes-, denkmalpflegerische sowie künstlerisch-gestalterische Maßnahmen entwickelt und profiliert werden.

Landwirtschaft
Traditionelle regionaltypische landwirtschaftliche Produkte wie zum Beispiel Wein, Obst, Spargel sind in Verbindung mit der Kulturlandschaft wichtige regionale Identifikationsmerkmale.
Der Regionalpark soll dazu beitragen, die Bekanntheit regionsspezifischer Produkte im Innen- und Außenbild der Region zu fördern, z.B. durch Ein- oder Anbindung direktvermarktender landwirtschaftlicher Betriebe durch entsprechende Hinweise auf Regionalparktafeln oder durch „Lehrpfade“.

Vielfalt
Das Erscheinungsbild des Regionalparks ist die Vielfalt. Das Spektrum reicht von weitgehend naturbelassenen Teilen bis zu rein künstlichen Formen. Es gibt sowohl den künstlerisch gestalteten Garten als auch geschützte Biotope.

Kulturelles Erbe
Die Vielfalt der Kulturlandschaften ist ein kostbares Erbe. Sie stellen eine sichtbare regionale Identität dar, sind ein Abbild der Geschichte und Ausdruck menschlicher Interaktion mit der Natur. Das kulturelle Erbe beschränkt sich nicht auf Bodenfunde, besonders alte oder besonders seltene Elemente, sondern umfasst auch die Kulturlandschaft selbst, die historischen Formen der Landbewirtschaftung, die Architektur, die Technik und die Kunst von früher und von heute. Elemente des kulturellen Erbes sind Gegenstand der Gestaltung des Regionalparks.

Symbole
Die Gestaltungselemente des Regionalparks können sehr unterschiedlich sein. Wenn sie hohe Qualität haben, können sie zu Merkmalen eines Ortes werden, das heißt zu Symbolen eines bestimmten Abschnitts des Regionalparks. Damit kann die Identifikation der Besucher mit dem Regionalpark gefördert werden.

Wege in der Landschaft
Ein Hauptelement des Regionalparks sind die Wege in der freien Landschaft, die die flächenhaften Teile wie Park- anlagen, Plätze oder Ereignispunkte untereinander verbinden. Hauptwege sind die Regionalparkrouten. Sie nutzen bestehende Wege, die, wo nötig und möglich, aufgewertet werden: Sind die Wege in schlechtem Zustand, werden sie ausgebaut. Wenn möglich, sollen die Wege von breiten Wiesenstreifen begleitet werden - beiderseits der Wege. Je nach den örtlichen Gegebenheiten werden diese Wiesenstreifen mit Baumreihen, mit Stauden, Büschen, mit Hecken oder Sträuchern, entsprechend den Standortbedingungen, eingerichtet, die auf den ersten Blick erkennen lassen, dass die Routen Bestandteil des Regionalparks sind. Sie können Kunstobjekte oder Gegenstände von kulturhistorischer Bedeutung enthalten. Besondere Aussichtspunkte könnten durch Gestaltung hervorgehoben werden.
Wegemarkierungen stellen die Kontinuität der Wegeführung her und dienen der Orientierung der Besucher. Für den gesamten Regionalpark ist ein einheitliches System der Wegweisung und Information unter Verwendung eines Regionalpark-Logos sicherzustellen.

Parkanlagen
Entlang der Hauptwege sollen möglichst in Sichtweite, Anlagen unterschiedlicher Art entstehen. Das können alte oder neue Parks sein, Bauwerke, Denkmäler, kulturhistorische Anlagen, Wasser, Aussichtsplätze, Gastwirtschaften, Spiel- und Sportangebote und weitere Attraktionen.

Gestaltungsprinzipien
Der Regionalpark bildet ein Netz von attraktiv gestalteten Korridoren und vielfältigen Parkanlagen. Ein Netz, das die Freiräume im Verdichtungsraum verbindet und mit den umliegenden Erholungslandschaften verknüpft. Die Wege werden so geführt, dass sie die zwischen den besiedelten Flächen liegenden inselhaften Teile freier Landschaft zu einem zusammenhängenden Erlebnisraum verknüpfen.
Für Fußgänger und Radfahrer ergeben sich dadurch neue, örtliche Rundwege im Rahmen der alltäglichen Naherholung. Für überörtliche Touren durch den Regionalpark spielen die Verknüpfungspunkte mit den verschiedenen Verkehr- sarten eine wichtige Rolle. Im Idealfall endet oder beginnt der Regionalparkkorridor z. B. an einem ÖPNV Haltepunkt. Bei flächigen Anlagen des Regionalparks sollten in fußläufiger Entfernung Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das wesentliche Merkmal des Regionalparks ist ein grüner Korridor, in dem die Route verläuft. In der Regel werden vorhandene Wege durch erlebbare Randsteifen aufgewertet.  Der Regionalpark lebt auch von und mit der Spannung zwischen Historischem und Modernem, Natürlichem und Künstlichem, Anregendem und Beruhigendem.

Naturraum
Der Naturraum liefert praktisch den Katalog an standortgerechten Pflanzen und Materialien für die jeweiligen Biotope. In der Rheinniederung kommen für eine wegbegleitende Baumreihe in einer Feldflur andere Baumarten in Frage als im Rheinhessischen Tafel- und Hügelland. Gleiches gilt für Alleen, Hecken, Hochstauden- und Wiesen- streifen etc. Die Berücksichtigung der naturräumlichen Faktoren gewährleistet auch das Freihalten von Kaltluft- abflussbahnen, den Schutz empfindlicher Biotope und nicht zuletzt die Vernetzungsfunktion der Randstreifen. Die ökologische Aufwertung steht im Vordergrund, damit der Regionalpark als Ersatzflächenkonzept dienen kann. Kleinere Sukzessions- und einzelne, größere Wildnisflächen sollten im Regionalpark nicht fehlen.

Geschichte
Spuren und Zeugnisse vergangener Bewirtschaftungsformen in der Kulturlandschaft werden - wo immer möglich - zum Leben erweckt. Die Einbindung und Betonung historisch bedeutsamer Elemente öffnet die Türen zur Vergangenheit. Ob Ackerterrasse, Reche, Flachsrotte und Hohlweg oder Trulli, Klauer Gebück, römische Gutshöfe: der Blick in die Geschichte und in die Natur unterstreicht die Einzigartigkeit einer jeden Landschaft.

Gemarkung
In vielen Gemarkungen haben moderne und internationale Formen der Freiraumaneignung Eingang gefunden. Andere sind durch auffallende Nutzungen wie Bodenabbau und Mülldeponie geprägt. In der Regel sind daraus Bedürfnisse und Defizite abzuleiten. Bei der Gestaltung des Regionalparks können dafür Lösungen gefunden werden. Ein Reitweg im Randstreifen oder eine 3 - 4 ha große Reitfläche ist ebenso vorstellbar wie ein asphaltierter Wegeabschnitt für Inline-skater. Eine Kiesgrube kann zum Naturerfahrungsgebiet werden, die Deponie ein Fenster ins Innere erhalten.

Kunst
Die Kunst ist in besonderem Maße geeignet, die Menschen anzuregen, über ihre Beziehungen zur Natur nachzu- denken. Die Produkte einer künstlerisch-ästhetischen Auseinandersetzung mit der Umwelt werden die Diskussionen um die Inhalte des Regionalpark beleben und begleiten.

Bildung
Den Rahmen für die Auswahl der Bausteine bilden der Naturraum bzw. die landschaftsökologischen Grundlagen, die Geschichte der Gemarkung sowie die wirtschaftlichen und kulturellen Anforderungen an die Gemarkung.


Entstehung / Umsetzung
Schrittweise Planung
Der Regionalpark entsteht stückweise: Das Wegenetz ist im Grunde vorhanden, einzelne Lücken werden geschlossen. An einzelnen Stellen der Route werden Wege angelegt, Parkanlagen gestaltet oder besondere Attraktionspunkte geschaffen. Die Planung des Regionalparks Rheinhessen ist langfristig angelegt. Die Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe ist Initiator und Koordinator. Die Planungsgemeinschaft entwickelt gemeinsam mit den Kommunen das Regionalparkroutennetz.

Ein Konzept, viele Projekte
Der Regionalpark Rheinhessen wird über eine Vielzahl von Einzelprojekten realisiert. Sie können von der Planungs- gemeinschaft bzw. den Kommunen als Träger des Konzeptes initiiert werden. In den Kommunen können zeitgleich und unabhängig Abschnitte entstehen, die erst Jahre später zu einem Netz zusammenwachsen. Die Mitwirkung der Kommunen ist freiwillig. Dabei unterstützt die Planungsgemeinschaft den Diskussionsprozess innerhalb der Bürgerschaft und koordiniert die Abstimmung u.a. mit der Naturschutz- und Landwirtschaftsverwaltung der Bodenordnung und der Wasserwirtschaft. Auch Unternehmen aus der Region können als Sponsoren und Mitgestalter einzelner Projekte in die Regionalparkentwicklung eingebunden werden.

Partizipation - Ein bürgernahes Konzept
Für die Umsetzung des Regionalparks ist die Einbindung der Bürger wichtig. Wie kein anderes Projekt in der Region wird der Regionalpark von einem intensiven Kommunikationsprozess getragen. Je höher die Akzeptanz, desto häufiger werden einzelne Bürgerinnen und Bürger Patenschaften für Bäume oder Anpflanzungen übernehmen, Schulklassen Sukzessionsflächen betreuen oder Landwirte Obstgärten bewirtschaften. Sportvereine und Betriebe können Ausgleichsmaßnahmen werbewirksam gestalten, Kulturvereine und Naturschutzgruppen sich um Gestaltungs- elemente, die im Regionalpark für sie eingerichtet werden, kümmern. Dem Engagement sind keine Grenzen gesetzt.
Die Verwirklichung des Projektes Regionalpark erfordert eine breite Beteiligung. Die Mitarbeit an diesem umfang- reichen und langfristigen Projekt geht über die öffentlichen Institutionen hinaus. Wirtschaft, private Institutionen, Bürger, Vereine und Initiativen sind aufgerufen, mitzuwirken.

Öffentlichkeitsarbeit
Das Interesse am Regionalpark soll durch alles geweckt werden, was geeignet ist, ihn bekannter zu machen und ihn zu würdigen: durch populäre und wissenschaftliche Veröffentlichungen, durch Beteiligung der Hochschulen, durch Veranstaltungen, durch Verbreitung von Informationen für die Besucher des Regionalparks und für alle Interessenten und durch den Einsatz von Presse, Funk, Fernsehen und Internet.


Erhaltung
Zugänglichkeit
Der Regionalpark ist für alle Besucher frei zugänglich. Lediglich in Gebieten mit empfindlichen Pflanzen, mit schützenswerten Biotopen oder mit besonders wertvollen Anlagen kann der Zugang beschränkt werden.

Pflege
Der Fortbestand des Regionalparks ist nur durch ständige Pflege durch qualifiziertes Personal gesichert. Die Pflege bedarf genauso wie die Herstellung des Parks gemeinsamer regionaler Anstrengungen. Die Gartenschöpfung muss durch rechtzeitige Ersatzpflanzung und auf lange Sicht durch zyklische Erneuerung instand gehalten werden. Durch Vereinbarungen soll die Landwirtschaft in die Pflege einbezogen werden. Bauliche Elemente, Werke der Land-Art oder der Bildhauerei, ortsfeste oder bewegliche Dekorationsgegenstände, die integrierte Bestandteile des Regional- parks sind, werden nur geschützt, wenn sie verstanden werden und allseits akzeptiert sind.
Diese Grundsätze zur Gestaltung sollen für den gesamten Regionalpark Rheinhessen-Nahe gelten, ohne damit ortsspezifische, dem Wesen des Regionalparks entsprechende Ergänzungen und Modifikationen auszuschließen.
Die Formulierung der Grundsätze zur Gestaltung des Regionalparks liefert eine Voraussetzung dafür, dass das Projekt bei seinem Aufbau aus vielen Einzelbeiträgen und über einen langen Zeitraum zu einem Gesamtwerk mit eigener Identität zusammenwachsen kann.


Perspektiven
Die Entstehung des Regionalparks als offener Prozess erlaubt die Bündelung von zahlreichen Finanzierungsmöglich- keiten. Neben Ausgleichsmitteln, Ersatzmaßnahmen und der Investitionen in ein „Ökopunktekonto“ können Fördermittel des Landes sowie Spenden aus der Wirtschaft zur Finanzierung beitragen. Im Idealfall entstehen Regionalparkelemente jedoch im Zusammenhang mit einer ökonomisch sich selbst tragenden Landbewirtschaftung.
Auch Fördermittel der EU können ggf. beantragt werden. Mit der Landesgartenschau in Bingen, der Umgestaltung der Deponie Budenheim sowie der Renaturierung des Steinbruchs Mainz Weisenau sollen große Regionalparkbau- steine realisiert werden.

Auf die Kooperationspartner kommt es an, die dieses große Gemeinschaftswerk in der Region mittragen wollen.
Die Anbindung und Verknüpfung mit dem Regionalpark RheinMain über die Eisenbahnbrücke Mainspitze sowie den Regionalpark Rheingau ist vorgesehen.

 

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